Die Studierenden setzten sich an den beiden Seminartagen intensiv mit dem grundlegenden insolvenzrechtlichen Aspekt der Gläubigergleichbehandlung (par condicio creditorum) auseinander. Rechtsvergleichend wurden dabei ua die Geschichte und Entwicklung dieses Grundsatzes, seine dogmatische Rechtfertigung, die aktuelle Verankerung in den beiden Rechtsordnungen sowie zahlreiche Besonderheiten (zB Absonderungsrechte und Aufrechnungen, aber auch Durchgriffshaftungen auf Gesellschafter und Geschäftsführer) vorgestellt. Ein Schwerpunkt lag zudem auf aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit Privilegierungen der öffentlichen Hand (§ 211a BAO und § 65 Abs 3 ASVG idF BBKG 2025). Insgesamt traten zahlreiche Gemeinsamkeiten, aber auch erhebliche Unterschiede zutage, die Ausgangspunkt für rege Diskussionen und fruchtbare Erkenntnisse waren.
Doch auch das Rahmenprogramm kam nicht zu kurz: Großen Anklang bei den Gästen aus Leipzig fand die Stadtbesichtigung am Montagnachmittag, die architektonische und historische Highlights der Grazer Altstadt in überaus kurzweiliger Form präsentierte: Ausgehend vom Grazer Landhaus startete die Tour über das Joanneumsviertel und die Murinsel bis hin zur Grazer „Stadtkrone“; zu guter Letzt folgte der „Gipfelsturm“ auf den Schlossberg, von wo aus der einzigartige Blick über das UNESCO Weltkulturerbe – die historische Grazer Ziegeldachlandschaft – genossen wurde.
Abgerundet wurden der erste Seminartag mit einem gemeinsamen Ausklang in der Uni-Eno bzw anschließend im Cafe Harrach auf ein „Fluchtachterl“; der zweite Seminartag endete zu Mittag mit einer kurzen Führung bzw gemeinsamen Erkundung des Uni Graz Campus, den die Leipziger Studierenden ob der imposanten Aula, der „coolen Bibliothek“ und den neuen Tischtennisplätzen als sehr lebendig und studierendenfreundlich erlebten. So wurde den deutschen Kolleg:innen die österreichische Ess- und Studienkultur besonders „schmackhaft“ gemacht; zugleich bot sich viel Raum für geselligen und fachlichen Austausch.
In einem Punkt war man sich sofort einig: Das Seminar soll auch im nächsten Jahr wieder stattfinden – dann in Leipzig. Die Mitarbeiter:innen des Instituts für Zivilverfahrensrecht und Insolvenzrecht der REWI Uni Graz blicken dem bereits mit großer Vorfreude entgegen und bedanken sich beim gesamten Team von Professor Berger für die – wie stets – sehr gute Kooperation. Außerdem möchten wir allen Studierenden für ihr Engagement und Mitwirken in diesem Seminar herzlich danken.
Wolfgang Braza